Donnerstag, 11. September 2008

TAG 6

Da in unserem Wildlife-Zelt ohnehin nicht an gemütliches Ausschlafen zu denken war standen wir bereits um 6.30 Uhr auf, um vor den Touristen-Shuttlebussen auf den über tausend Meter hohen Glacier Point zu fahren, von dem aus man einen fabelhaften Blick über das Yosemite Valley (Wasserfälle und Granitmassive der Sierra Nevada) genießen kann. Bei Tageslicht sahen wir erst die wundervolle Umgebung unserer Schlafstätte, "Zelt mit Direktblick auf Glacier Point" quasi:

Vom Aussichtspunkt am Glacier Point kann man den sog. Halfdome (=halbierte Felskuppel), einen alles überragenden Monolithen bewundern. Bei der Aussicht überlegten wir gleich uns hier häuslich niederzulassen - verwarfen den Gedanken aber beim Anblick der ringsum angebrachten Bären-Warnschilder!


Ein seltenes Bild:
Andrea in Wanderstimmung!


Unsere Tagesroute führte uns dann über den 3000m hoch gelegenen TIOGA-Pass, über den wir den Yosemite National Park Richtung Osten verließen. Die Schönheit der Gegend ist unbeschreiblich, daher lassen wir lieber die Bilder sprecchen.


Einen komplett konträren Anblick bot unser nächstes Ziel, der Mono Lake, der mit 150 km2 Ausdehnung weltgrößte Kratersee.


Der Wasserspiegel dieses Sees ist aufgrund der exzessiven Grundwasserentnahme in den letzten knapp 50 Jahren um 15 Meter gefallen. Das sieht und riecht man von Weitem.

Wir wissen nicht, welcher Teufel uns geritten hat (es muss der berühmte Badman dieser einstigen Boomtown im Goldrausch gewesen sein) aber wir ließen uns zu einem Abstecher in die Ghosttown Bodie (verlassene Stadt seit 1930) hinreißen, die wir über eine "very (very, very, very) rough road" erreichen wollten. Nettes Detail am Rande: Seit ungewisser Zeit leuchtete auf des Autos Amaturenanzeige das liebliche "Motorsymbol" gelb, dessen Bedeutung wir uns nicht wirklich erklären konnten, Betriebsanleitung gibts in Amerika sowieso nicht. Nun ja, kurz und gut: Trotz viiiiel Bauchweh auf dieser buckelicken Sand/Dreck/Schotterstraße erreichten wir das gottverlassene Bodie heil. Das Auto auch. Bodie war zu seinerzeit eine Stadt mit sehr schlechtem Ruf, Mord und Raub standen auf der Tagesordnung (vergleichbar mit Chicago, daher darf Wien auch nicht Chicago werden! ;-) ). Angeblich hatte ein junges Mädchen damals, als ihre Eltern sie mit nach Bodie nahmen in ihr Tagebuch geschrieben: "Goodbye God, I'm going to Bodie!", ein Satz, der angeblich im ganzen Westen bekannt wurde und die Gottverlassenheit von Bodie am besten umschrieb. Nun ja, dieses schlechte Image sieht man Bodie auch heute noch an .... es gibt ein unbehagliches Gefühl durch diese Geisterstadt zu spazieren ...



Für den Rückweg ließen wir uns den "richtigen Weg" von/nach Bodie zeigen: Nur 3 Milen Schotterstraße und wir befanden uns wieder auf Asphalt ... kein Vergleich zur Horroranfahrt von vorher!

Durch die Sierra Nevada in der Abenddämmerung fuhren wir dann bis Lone Pine, wo wir noch ein Zimmer im Trial Motel ergatterten. Es roch nach Eselmist im Hof, aber das Zimmer war sauber und nett. Aber nach der Zeltnacht waren wir ohnehin nicht mehr sehr anspruchsvoll.









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